🌈 Kategorie 10: Multicolor, AMS-Tuning & Slicer-Hacks
Der Mehrfarbdruck (wie Bambu Lab AMS oder Prusa MMU) ist die spektakulärste Revolution im modernen 3D-Druck. Hier lernst du, wie du Abfall minimierst, Stützen rückstandslos entfernst und das System perfekt pflegst:
🗑️ Das Spülvolumen-Geheimnis: Filamentmüll um 60% reduzieren
Das ProblemBeim Farbwechsel muss die Düse das alte Filament komplett freispülen. Die Standardeinstellungen der Slicer spülen extrem aggressiv vor (oft 250 bis 400 mm³ Filament). Bei komplexen mehrfarbigen Drucken entsteht dadurch mehr Filament-Abfall („Poops“) als das eigentliche Druckgewicht des Modells!
Standardwerte sind Sicherheits-AllrounderSlicer gehen vom Worst-Case-Szenario aus (z. B. Spülen von tiefem Schwarz zu reinem Weiß), um Farbmischungen in den Wänden zu verhindern.
Der Spar-Algorithmus
- Manuelle Kalibrierung: Nutze im Slicer den Button „Spülvolumen“ (Flush Volumes) und klicke auf „Neu berechnen“ (Re-calculate) mit einem Sicherheitskoeffizienten von 0.5 bis 0.6 statt 1.0. Das reduziert die Spülmenge sofort um die Hälfte, ohne dass dunkle Farben in helle Bereiche durchbluten!
- Flush into Infill (In Infill spülen): Aktiviere diese Checkbox! Der Drucker nutzt das alte Filament, um das innere Infill aufzufüllen. Da man das Infill von außen nicht sieht, wird der Spülmüll im Bauteil vergraben.
- Flush into Object (In Objekt spülen): Druckst du ein zweites, rein funktionales Teil (z. B. eine Werkzeugkiste oder Halterung)? Nutze dieses als „Purge-Objekt“. Alle Farbwechsel-Spülungen werden in dieses Objekt gedruckt. So erhältst du ein buntes Überraschungs-Bauteil und hast absolut null Filamentmüll!
🧩 Der Multimaterial-Support-Trick: Spiegelglatte Überhänge
Wer Stützstrukturen mit demselben Filament druckt, muss einen Z-Abstand von mindestens einer Schichthöhe einhalten, da die Stütze sonst mit dem Modell verschmilzt. Das Resultat sind raue, unschöne Überhangflächen.
- Die Material-Unverträglichkeit nutzen: PLA und PETG gehen auf molekularer Ebene keine feste physikalische Bindung ein. Sie haften zwar ganz leicht aufeinander, lassen sich aber extrem leicht trennen!
- Der Slicer-Hack: Druckst du ein Modell aus PLA, stelle im Slicer unter *Support-Schnittstelle* (Support Interface Filament) eine Rolle PETG ein (und umgekehrt!).
- Das Resultat: Stelle den Z-Abstand auf 0.00 mm! Der Drucker druckt die Stützen aus PLA, legt eine einzige Trennschicht aus PETG unter das Modell und druckt das Modell spiegelglatt darauf. Nach dem Druck ziehst du das PETG-Interface mit einer Hand ab – dein Überhang ist absolut glatt und makellos!
🛡️ AMS-Filamentpflege & die eiserne TPU-Sperre
Das AMS is ein hochkomplexes mechanisches Feeder-System. Schütze es vor Fehlfunktionen:
- Trockenhaltung ist Pflicht: Das AMS ist zwar luftdicht, aber das ständige Öffnen bringt Luftfeuchtigkeit hinein. Drucke dir aus MakerWorld passende Silica-Gel-Behälter (Dry Pods) für die Zwischenräume der Rollen und fülle sie mit trockenem Kieselgel. Ziel: Die interne Luftfeuchtigkeits-Anzeige des AMS sollte stets auf 1 (unter 10%) stehen!
- 🚨 Die eiserne TPU-Sperre (Game Over Warnung): Jage NIEMALS flexibles TPU oder weiche Filamente durch das AMS! Das gummiartige Material wird von den AMS-Feeder-Rollen plattgedrückt, verfängt sich in den internen Weichen und blockiert den gesamten Filamentpfad. Weiche Filamente müssen zwingend über den externen Rollenhalter auf der Rückseite zugeführt werden!
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